Der US-amerikanische Sprinter Fred Kerley hat am 6. März 2026 eine zweijährige Sperre von der Athletics Integrity Unit (AIU) erhalten. Der Grund: drei verpasste Dopingtests innerhalb von sieben Monaten. Für die Enhanced Games am 24. Mai 2026 in Las Vegas ändert das nichts — dort gibt es keine Dopingkontrollen.
Vom Weltmeister zum Gesperrten
Kerley gehört zu den schnellsten Sprintern der Welt. 2022 wurde er Weltmeister über 100 Meter. Bei den Olympischen Spielen holte er Silber in Tokio (2021) und Bronze in Paris (2024). Insgesamt gewann er sechs WM-Medaillen. Seine persönliche Bestzeit liegt bei 9,76 Sekunden.
Doch zwischen Mai und Dezember 2024 verpasste er gleich drei Mal die vorgeschriebenen Kontrolltermine der Anti-Doping-Behörde. Ein Disziplinartribunal bewertete sein Verhalten als „fahrlässig und in gewissem Maße rücksichtslos". Die Sperre gilt bis zum 11. August 2027.
Enhanced Games als neue Bühne
Bereits im September 2025 — Monate vor der Sperre — hatte Kerley seinen Vertrag mit den Enhanced Games unterschrieben. „Das gibt mir jetzt die Möglichkeit, all meine Energie darauf zu verwenden, meine Grenzen zu verschieben und der schnellste Mensch aller Zeiten zu werden", erklärte er damals.
Als Star-Sprinter der Enhanced Games ist er das prominenteste Gesicht des Events. Bei den Enhanced Games sind leistungssteigernde Substanzen erlaubt, sofern sie FDA-zugelassen und medizinisch überwacht sind. Die AIU-Sperre hat auf seine Teilnahme keinen Einfluss.
Kritik von allen Seiten
Die traditionelle Sportwelt reagiert scharf. World-Athletics-Präsident Sebastian Coe nannte die Enhanced Games „Unsinn". Brett Clothier von der Athletics Integrity Unit bezeichnete die Situation als „grotesk". Travis Tygart, Chef der US-Anti-Doping-Agentur, sprach von einer „gefährlichen Clown-Show".
Was auf dem Spiel steht
Für Kerley geht es um mehr als Sport. Die Enhanced Games bieten 500.000 $ Preisgeld pro Event. Für einen Weltrekord über 100 Meter gibt es einen Bonus von 1 Million $. Mit seiner Bestzeit von 9,76 Sekunden gehört Kerley zu den wenigen Athleten, die den aktuellen Weltrekord (9,58 Sekunden, Usain Bolt) zumindest in Reichweite haben — ob mit oder ohne Enhancement.
Am 24. Mai wird sich zeigen, wie schnell ein Mensch wirklich laufen kann, wenn alle Regeln fallen.
Symbolbild: KI-generierte Illustration




